Ab 1909 lebte der aus dem damaligen Österreich-Ungarn eingewanderte Josef Schuber in Dessau. Im ersten Weltkrieg diente er als Feldsanitäter in der österreichischen Armee. 1929 konnte er die anhaltische Staatsbürgerschaft erwerben, die ihm jedoch 1935 wieder aberkannt wurde. Mit seiner Frau Sophie besaß Josef Schuber ein Warenhaus – zunächst in der Askanischen Straße 130, ab 1928 in der in der Askanischen Straße 39a. Hier war auch die Wohnung des Ehepaars und der drei Kinder Dora (geb. 1911), Alfred (geb. 1914) und Max (geb. 1920). Sie waren orthodoxe Juden und nahmen rege am jüdischen Gemeindeleben teil. Die Söhne Alfred (Pinchas) und Max (Mosche Efraim) wanderten 1933 bzw. 1937 nach Palästina aus. Josef Schuber wurde während des Pogroms am 10. November 1938 in Dessau so schrecklich geschlagen, dass er mit einem Herzinfarkt ins Krankenhaus eingeliefert werden musste. Zuvor war es ihm noch gelungen, eine Thorarolle aus der brennenden Dessauer Synagoge zu retten. Das Geschäft und das Haus der Familie wurden bald darauf „arisiert“. Im Juli 1939 flüchtete das Ehepaar aus Deutschland nach Palästina. Mit sich nahmen sie, gut versteckt, die gerettete Thorarolle. Von der Ermordung der Tochter Dora, den Erlebnissen des Pogroms und der Vertreibung aus Dessau belastet starben Josef und Sophie Schuber in Haifa, Josef Schuber 1949, Sophie Schuber 1952.