Gedenkkultur Dessau-Roßlau

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Anneliese Michaelis, geb. Heumann

  • Geburtsdatum: 3.3.1908 in Pasewalk
  • Deportationsdatum: 14.12.1942 nach Auschwitz
  • Todesdatum: unbekannt
  • letzte freigewählte Dessauer Adresse: Auf dem Sande 9/10 (heute: Kantorstraße 3)

Anneliese Michaelis war das älteste Kind des Kantors David Heumann (1880-1929) und seiner Ehefrau Erna, geb. Lewin (1886-?). Sie wuchs in Dessau auf, absolvierte eine Gesangsausbildung, war kurze Zeit Sängerin am Dessauer Theater und wurde im Zuge der nationalsozialistischen „Säuberung“ des Theaters entlassen. Viele Kulturabende der Dessauer Israelitischen Kultusgemeinde hat sie mit ihrer Gesangskunst bereichert. Ihr Sopran sowie der Bariton des Kantors Ickelheimer – so heißt es über einen dieser Abende – „verstanden es, mit ihrer melodischen Sangeskunst die Herzen zu erfreuen und zu erheben. Reicher, wohlverdienter Beifall wurde allen Mitwirkenden zuteil.“ Anneliese Heumann heiratete den aus Löcknitz stammenden Gert Michaelis. Die junge Familie – 1935 wurde die Tochter Judith geboren – emigrierte nach Palästina; doch nach ihrer Scheidung kehrte Anneliese Michaelis mit ihrer Tochter nach Deutschland zurück. Im Dezember 1942 wurde sie von Berlin nach Auschwitz deportiert, wo sie vermutlich 1943 ermordet wurde. Das Todesdatum ist nicht bekannt. Auch ihre Tochter Judith, ihre Mutter, ihre Schwester Lotte Heumann und weitere Verwandte wurden Opfer der NS-Vernichtungspolitik.