Leiser Korn und seine Frau Margarete waren Mitinhaber des Warenhauses Nüssenfeld & Co. in der Askanischen Straße 118 (Herren- und Damenkonfektion). Ihre Wohnung befand sich ab 1929 in der Poststraße 7 (heute ungefähr Poststraße 11). Das Ehepaar hatte zwei Töchter: Ruth (geb. 1919) und Judith (geb. 1921), die beide 1933 zur Ausbildung nach Palästina geschickt wurden und damit das NS-Regime überleben konnten. In ihren Erinnerungen an die Dessauer Kindheit berichtet die Tochter Ruth von schönen Ausflügen mit dem Fahrrad, von Spaziergängen an der Mulde und von Autofahrten zur Kettenbrücke im Wörlitzer Park.
Leiser Korn beteiligte sich aktiv am Leben der Israelitischen Kultusgemeinde, wurde 1934 zu einem der Gemeinderepräsentanten gewählt. Da er polnischer Staatsbürger war, wurde er im Oktober 1938 im Rahmen der „Polen-Aktion“ verhaftet und zur polnischen Grenze abgeschoben. Er konnte im Juni 1939 noch einmal für kurze Zeit zurückkehren, um das Geschäft und die Wohnung aufzulösen sowie Hausrat und Möbel zusammenzupacken, soweit sie nicht im Novemberpogrom 1938 zerstört worden waren. In der Gegend von Lemberg (Lwow) verlieren sich im Jahr 1939 die Spuren des Ehepaares. Beide wurden Opfer des Holocaust.