Der Ingenieur Erich Köckert stammte aus einer Dessauer Handwerkerfamilie. Sein Vater Max Köckert und schon sein Großvater Carl Köckert waren anerkannte und erfolgreiche Schlossermeister. Erich Köckert trat 1936 als Teilhaber in den Familienbetrieb ein. Er war verheiratet und Vater von zwei Kindern. Zusammen mit seiner Familie wohnte er zunächst im elterlichen Haus in der Johannistraße 4. Später zog er in die Familienvilla in der heutigen Heidestraße.
Erich Köckert war als Gegner des NS-Regimes bekannt. Er weigerte sich, Mitglied der NSDAP zu werden, kritisierte das Regime auch öffentlich, korrespondierte mit Gleichgesinnten, sammelte Informationen und Flugblätter. Am 20. August 1943 wurde er in seinem Betrieb verhaftet und ins Dessauer Gerichtsgefängnis inhaftiert. Der Volksgerichtshof in Berlin verurteilte ihn am 26. Oktober 1943 wegen „Vorbereitung zum Hochverrat und Defätismus“ zum Tode. Am 22. November 1943 wurde Erich Köckert im Zuchthaus Brandenburg-Görden hingerichtet. Eine Straße in Dessau-Süd trägt heute seinen Namen.