Käthe Kanstein, geb. Levy stammte aus dem thüringischen Ort Pößneck. Sie war mit dem Dessauer Kaufmann Siegfried Kanstein verheiratet und gehörte wie ihr Mann der Israelitischen Kultusgemeinde an. Ihr Sohn Fritz (ca. 1921-1966) konnte 1934 in Dessau Bar Mizwa feiern, auch die Tochter Lotte (1925-1975) wurde hier geboren. 1938 zog die Familie nach Leipzig. In der jüdischen Gemeinde Leipzig war Käthe Kanstein Mitglied des Jüdischen Frauenbundes. 1941 wurden sie und ihr Ehemann wegen „Devisenvergehens“ verhaftet, zu Gefängnishaft verurteilt und in Konzentrationslagerverschleppt. Käthe Kanstein war im Frauenlager Ravensbrück inhaftiert, wurde von dort in die Tötungsanstalt Bernburg gebracht und am 10. Juni 1942 durch Gas ermordet. Ihr Mann starb wenige Wochen zuvor im Lager Sachsenhausen. Ihre beiden Kinder überlebten das NS-Regime. Der Sohn Fritz, der 1938/39 in Dänemark eine landwirtschaftliche Ausbildung absolvierte, emigrierte nach England, diente in der britischen Armee und änderte seinen Namen in Fred Kane. 1948 ging er nach Israel, 1966 starb er an Leukämie. Die Tochter Lotte besuchte 1939 in der Lausitz ein „Hachschara“-Lager zur Vorbereitung auf die Auswanderung nach Palästina. Ab 1940 lebte sie in Palästina bzw. Israel und nannte sich mit hebräischem Namen Ora. Sie gehörte zu den Mitbegründern des Kibbuz Massuot Jizchak, heiratete 1945 Mosche Moszkovic aus Pressburg und hatte zwei Töchter und einen Sohn. Sie starb 1975 an Krebs. Mittlerweile gibt es von ihr 14 Enkel und viele Urenkel.