Dr. Gustav Hoch war ein Sohn des Journalisten, Redakteurs und langjährigen sozialdemokratischen Reichstagsabgeordneten Gustav Hoch sen. (1862-1942). Er studierte Medizin, diente im 1. Weltkrieg als Arzt in einem Sanitätsbataillon und wirkte anschließend als praktischer Arzt zunächst in Frankfurt/Main, danach in Luckenwalde. Ab 1929 war er Stadtmedizinalrat in Meißen. 1932 zog er mit seiner Familie nach Dessau. Zusammen mit seiner Frau Hanna führte er am damaligen Askanischen Platz 24 eine eigene Arztpraxis, die vor allem aus den ärmeren Schichten großen Zulauf hatte. Als engagierter Sozialdemokrat und „Halbjude“ sowie als „Volljüdin“ waren er und seine Frau vielen Anfeindungen und Demütigungen ausgesetzt. Im Novemberpogrom 1938 wurde Dr. Gustav Hoch verhaftet und in das Lager Buchenwald verschleppt. 1939 verzogen die Hochs in das Wohn- und Geschäftshaus Franzstraße 3-4. Am 13. April 1942 wurde die gesamte Familie ins Ghetto Warschau deportiert. Von dort transportierte man sie ins Vernichtungslager Majdanek. Die genauen Umstände des Todes von Gustav Hoch sind nicht bekannt. Sein Todesdatum wurde, wie die Todesdaten der anderen Familienmitglieder, 1953 per Gerichtsbeschluss festgelegt.
