Gedenkkultur Dessau-Roßlau

Logo

Erna Heumann, geb. Lewin

  • Geburtsdatum: 7.12.1886 in Pasewalk
  • Deportationsdatum: 14.12.1942 nach Auschwitz
  • Todesdatum: unbekannt
  • letzte freigewählte Dessauer Adresse: Auf dem Sande 9/10 (heute: Kantorstraße 3)

Erna Heumann war eines von sechs Kindern des Kantors der jüdischen Gemeinde Pasewalk und Kaufmanns Julius Lewin (1851-1934) und seiner Ehefrau Rosalia, geb. Sänger (1851-1930). Sie wuchs in Pasewalk auf, heiratete dort den aus Brühl im Rheinland gekommenen Kantor David Heumann (1880-1929) und kam mit ihrer Familie 1911 nach Dessau. Hier war David Heumann bis zu seinem Tode ein beliebter jüdischer Kantor und Religionslehrer. Das Ehepaar hatte drei Kinder: die Tochter Anneliese (geb. 1908), den Sohn Werner (geb. 1910), die Tochter Lotte (geb. 1912). Die Wohnadresse war bis 1929 das Gemeindehaus der Israelitischen Kultusgemeinde in der Steinstraße, danach bis 1939 das „Rabbinerhaus“ in der Kantorstraße (damals: Schulstraße 9/10 bzw. Auf dem Sande 9/10). Wie ihr früh verstorbener Mann war Erna Heumann ein engagiertes Mitglied der jüdischen Gemeinde. Zudem war sie politisch aktiv in der Ortsgruppe der Deutschen Demokratischen Partei (DDP). Ihr Sohn Werner konnte Ende August 1939, gerade noch rechtzeitig vor Kriegsausbruch, nach London emigrieren. Alle anderen Mitglieder ihrer Familie wurden Opfer der NS-Vernichtungspolitik. Erna Heumann kam im Dezember 1942 mit einem von Berlin abgehenden Transport nach Auschwitz. Dort wurde sie vermutlich 1943 ermordet. Das Todesdatum ist nicht bekannt.