Johann (Hans) Heinen war von Beruf Former. Er war verheiratet und Vater eines Sohnes. Er lebte lange zur Untermiete (bei der Familie Saar) im Haus Franzstraße 27. Später zog seine Familie nach Dessau-Mildensee. Ab 1929 war Hans Heinen Mitglied der KPD, ab 1930 auch Mitglied des Roten Frontkämpferbundes (RFB), nach deren Verbot betätigte er sich weiterhin für die kommunistische Bewegung. Er wurde mehrfach wegen „Vorbereitung eines hochverräterischen Unternehmens“, illegalen Waffenbesitzes verhaftet und zu Zuchthaus- und Gefängnisstrafen verurteilt. Von Oktober 1933 bis Februar 1934 war er im berüchtigten Konzentrationslager Roßlau inhaftiert, anschließend neun Monate lang im Zuchthaus Coswig (Anhalt).
Im September 1939 verweigerte er die Mitarbeit beim Ausheben von Splittergräben in den Junkerswerken. Er fiel damit unter die seit Kriegsbeginn geltenden Bestimmungen, die dem Reichssicherheitshauptamt unter Ausschluss der Justiz erlaubten, gegen „Feinde des Reiches“ Todesurteile zu vollstrecken. Hans Heinen wurde auf Anordnung Heinrich Himmlers ins Lager Sachsenhausen inhaftiert und wegen „staatsfeindlichen Verhaltens“ erschossen. Im Abschiedsbrief an seine Frau schreibt Hans Heinen: „Du bist noch jung, setze Dich darüber hinweg und laß den Kopf nicht hängen (…) Denke, ich sei im Krieg gefallen und sag es auch zu Hänschen. Später kannst Du ihm die Wahrheit sagen“.
Der Stolperstein wurde in der Franzstraße 162 verlegt.