Hedwig Fried stammte aus dem ehemals preußischen, seit 1918 polnischen Samter (Szamotuly). Mit ihrem Ehemann Max betrieb sie ein Kaufhaus für Wäsche, Kleidung und Spielwaren in der damaligen Loeperstraße, heute: Hauptstraße 11, in Roßlau. Sie brachte zwei Töchter zur Welt. Die ältere Tochter Ruth emigrierte nach ihrer Heirat 1936 nach Frankreich. Die 1930 geborene Tochter Eva wurde 1937 katholisch getauft, weil die Eltern hofften, dem Kind dadurch Demütigung und Verfolgung zu ersparen. Das weitere Schicksal von Ruth und Eva Fried ist unbekannt. Als „Volljüdin“ wurde Hedwig Fried am 14. April 1942 mit ihrem Mann in das Ghetto von Warschau deportiert. Die näheren Umstände ihres Todes sind nicht bekannt. In ihrem Roßlauer Haus in der damaligen Loeperstraße lebten ab 1939 auch ihre Eltern, Helene (1859-1941) und Moses Mottek (1860-1941). Beide wurden auf dem Dessauer israelitischen Friedhof beigesetzt.